Frankreich ist nicht länger AAA

Liest man die Überschrift, so denkt man sich in der normalen Welt sicherlich nichts Schlechtes. Alles könnte sich dahinter verbergen, doch in der Finanzwelt weiß man sofort, was die Stunde geschlagen hat, denn damit wird klar, dass sich das Rating für Frankreich vom besten Wert verschlechtert hat.

Standard & Poor’s haben nun das gemacht, womit man eigentlich rechnen musste, denn gestern, am 13.01.2012 wurde das Rating Frankreichs von AAA auf AA+ reduziert. Damit macht Standard & Poor’s deutlich, dass Frankreich nicht mehr in der allerersten Liga der Staaten, was die Bonität betrifft, mitspielen kann. Zwar relativierte Frankreichs Wirtschaftsminister gestern gleich vor der Presse, dass Frankreich immer noch ein gesundes Land sei mit einer sehr guten Bonität, man sich also nicht so große Sorgen machen müsse.

Das diese Meldung sich nun aber bereits äußerst negativ auf den Finanzmärkten ausgewirkt hat, zeigt die Tatsache, dass der DAX gestern eingebrochen ist und fast die kompletten Gewinne der vergangenen Woche aufgefressen hat. Neben Frankreich hat es auch Österreich getroffen, was aber nicht einen so großen Einfluss haben dürfte.
Doch Frankreich ist einer der beiden Spitzennationen in der EU. Nun hat Frankreich in Sachen Rating eingebüßt und die Auswirkungen sind frappierend. Hatte es in der vergangenen Woche noch den Anschein, dass sich alles ein wenig beruhigen könnte, zeigt sich nun, dass die EU-Schuldenkrise weiter seine Kreise ziehen wird und das Ende ist nicht abzusehen.

Bereits seit längerem wird auch darüber spekuliert, dass auch Deutschland im Verlauf des Frühjahrs eine Abwertung drohen könnte. Zwar kritisieren Politik und Wirtschaft die Vorgehensweise der Ratingagenturen, doch diese machen ja nichts anderes als die Bonität von Ländern und Unternehmen zu bewerten. Vielmehr müsse man eigentlich den Ländern selbst die Schuld für diese Eskalation zuweisen, denn die enorme Staatsverschuldung sorgt für den logischen Schritt der Abwertung der Bonität durch dei Rating Agenturen.

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2 Responses to “Frankreich ist nicht länger AAA”

  1. Karl sagt:

    Das Problem mit den Ratings ist, dass sie von Privatfirmen mit Privatpersonen durchgeführt werden. Diese Firmen und Personen haben eigene Interessen und die Ratings spiegeln diese ebenso wieder, wie die effektive Bonität der Staaten. Es gibt also Grund diese Ratings anzuzweifeln.

    • Stan sagt:

      Das ist sicherlich richtig, dennoch müssen sich die Staaten der Euro-Zone nicht über die Abwertung beschweren, denn die Politik und die Wirtschaftslage zwingen eigentlich jede Ratingagentur dazu, hier zu handeln.
      Daher gehe ich heute bereits davon aus, dass die Bonität Deutschlands ebenfalls bis spätestens Mitte des Jahres heruntergestuft wird, zumal nicht abzusehen ist, wie sich das Blatt in der EU wenden soll.
      Auch Überlegungen eine eigene Ratingagentur von der EU aufzubauen sehe ich da eher skeptisch, denn wie den jetzigen großen drei Agenturen müsste diese sich dann ebenfalls gefallen lassen, dass hier Einflussnahme zu Gunsten der EU genommen wird.

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